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Bedenkenlos haben die US-Banker faule Kredite für Immobilien vergeben. Genauso fahrlässig geht es bei den Kreditkarten zu. In den USA gehört es beinahe zum guten Ton, das alltägliche Leben auf Pump zu finanzieren. Am einfachsten geht das mit der Kreditkarte. Das funktioniert wie ein Bankdarlehen – das Geld ist aber noch einfacher zu bekommen. Lassen Sie diese Zahlen auf sich wirken: Auf sage und schreibe 900 Milliarden Dollar belaufen sich die Kreditkartenschulden allein der US-Bevölkerung. Die Ratingagentur Moody's zeigt, wie gefährlich das ist: Das Volumen der Anlageprodukte, die auf Forderungen aus US-Kreditkarten basieren, beträgt rund 450 Milliarden Dollar. Platzen die Kredite, die diesen Papieren zugrunde liegen, startet die nächste Kettenreaktion. Und das kann nicht mehr lange dauern: Aktuell gelten bereits 25 Milliarden Dollar als faule Kredite: Das Geld kann von den Kreditkarten-Besitzern niemals zurückgezahlt werden. Doch das ist nur eine vorsichtige Schätzung. Schon in den nächsten Monaten sollen faule Kreditkarten-Schulden die 100-Milliarden-Grenze erreichen. Das ist der nächste Tiefschlag für unsere Banken. Bringen Sie Ihr Geld in Sicherheit - rechtzeitig! Und noch ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: die Autokredit-Krise Bei den US-Autokrediten geht es munter weiter: Kredite für ein neues Auto bekamen die US-Bürger bisher nachgeworfen - egal, ob sie die Raten wirklich zahlen konnten oder nicht. Den Grusel-Effekt kennen Sie mittlerweile: Jetzt schon sind 100 Milliarden Dollar an Autokrediten durch und durch verfault. Noch einmal 100 Milliarden, die unsere gefährlich wankenden Banken abschreiben müssen. kann es wirklich sein, dass das Undenkbare eintritt – dass die Republikaner im Senat respektive die Autogewerkschaft mit ihrer Weigerung, Lohnkürzungen zuzustimmen, die drei großen amerikanischen Autobauer scheitern lassen? Die ganze Region rund um Detroit an den Großen Seen würde wahrscheinlich lahm gelegt. Die Schockwellen für die Börse wären überhaupt nicht abzusehen. Falls dieser Fall wirklich eintritt, müssen wir uns auf einen kräftigen Absturz an den Weltbörsen vorbereiten, denn die psychologischen Folgen wären verheerend. Selbst die China-Börsen, die sich zuletzt wieder ganz gut entwickelt haben würden dann gen Süden tauchen.

Das Tauziehen in Washington zeigt, dass in der Krise alles nach dem Staat ruft – die Parallelen zum New Deal in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten wir ja schon besprochen. In China greift die Regierung ebenfalls beherzt ein, um die Wirtschaft anzukurbeln. Peking wird nicht zulassen, dass soziale Unruhen ausbrechen, weil die globale Rezession das Land trifft. Derzeit hat eindeutig die Stunde des Staates geschlagen. Leser, die schon länger dabei sind, wissen, dass ich mich stets von den meisten chinesischen Staatskonzernen ferngehalten habe – zu träge, zu bürokratisch, zu korrupt. Nur wenn sie technologisch auf dem neuesten Stand sind, eine marktbeherrschende Stellung haben und über ein gutes Management verfügen, sind sie für uns hier bei China Strategy interessant. In Zeiten der Krise hat sich diese Strategie ausgezahlt: Staatliche Firmen sind zusehends interessant geworden, weil sie direkt auf Geldquellen der Regierung zugreifen können. Dies hat sich vor einigen Tagen einmal mehr bewahrheitet.

Gerade hat unser Airline-Favorit im Depot Unterstützung vom Staat erhalten. Die Regierung ist als Bürge aufgetreten und hat ein riesiges Paket Aktien der Muttergesellschaft aufgekauft. Sie erinnern sich, dass ich bei meiner Empfehlung die Belastung durch die bis Jahresmitte hohen Kerosinkosten angesprochen hatte. Die Kapitalspritze hilft dem Unternehmen jetzt schnell und effizient – keine langen Diskussionen, keine negativen Überraschungen wie im amerikanischen Senat. Die Börse applaudierte – und unsere Aktie schoss in Hong Kong um mehr als 40% nach oben. Ich denke, da ist noch mehr drin, denn die Fluglinie kann sich nun neu ausrichten. Auch unsere anderen Staatskonzerne – etwa der jüngst wieder empfohlene Rohstoff-Gigant – haben sich zuletzt wacker an der Börse geschlagen. Ich hoffe doch sehr, dass der Westen in punkto Effizienz bei Staatsprogrammen von China lernen wird. Und ich glaube es auch fest - denn der künftige US-Finanzminister Tim Geithner hat sich eingehend mit der chinesischen Sprache und Kultur befasst.

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Auch unsere anderen Staatskonzerne – etwa der jüngst wieder empfohlene Rohstoff-Gigant – haben sich zuletzt wacker an der Börse geschlagen. Ich hoffe doch sehr, dass der Westen in punkto Effizienz bei Staatsprogrammen von China lernen wird. Und ich glaube es auch fest - denn der künftige US-Finanzminister Tim Geithner hat sich eingehend mit der chinesischen Sprache und Kultur befasst.

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